Sem-Net.de

Besucher von Sem-Net kommen mit klaren Vorstellungen auf die Seiten. Gesucht werden Zitate, Anekdoten bekannter und weniger bekannter Zeitgenossen, in modernem Format vorgestellt. Gefühlt zählen die mehr oder minder prägenden geistigen Ergüsse der Literaten und Vordenker zum "Allgemeingut". - Oder zumindest zum "allgemeinen Kulturgut".

Was sollten der alte Goethe, Schiller und Kant denn dagegen haben, zitiert und modern interpretiert zu werden. Ist es nicht gerade das Bestreben der "Denker" mit ihrem Gedankengut Menschen zu erreichen? Was kann daran falsch sein, nachdenkliche oder fröhliche Worte, die heute noch Gültigkeit beweisen, einen Sachverhalt treffend erklären oder eine Person beschreiben, zu zitieren?

Seiten wie sem-net.de waren dazu angelegt, kulturell bedeutsames Wissen zu bewahren und an Interessierte möglichst originalgetreu weiterzugeben. Interessant war das Format, welches durch Animationen Wissen zeitgemäß transportierte. Für alle Generationen. Nicht nur für die älteren Semester, die Zusammenhänge aus eigenem Erleben noch kennen oder sich lesend Wissen aneignen.

Warum sehen Sie jetzt nicht, was Sie erwarten?

Zitiert wird aus großen Werken sogar manchmal, ohne den Urheber überhaupt damit direkt in Verbindung zu bringen. Nicht einmal diejenigen, die den Götz von Berlichingen lasen oder als Aufführung sahen, denken bei Zitaten des Werkes unbedingt an Goethe. Heißt es doch im dritten Aufzug: "... sagt's ihm, er kann mich im Arsche lecken".

"Das kann teuer werden", kommt beim Einsatz dieses Zitates im realen Leben natürlich jedem sofort in den Sinn. Aber, niemand käme auf die Idee, einen Autofahrer, dem dieses Zitat entfährt, im Sinn des Urheberrechts abzumahnen. Eine Beleidigungsklage wäre wohl die adäquatere Variante für das unverblümte Zitat.

Aber genau so etwas ist dem ursprünglichen Auftritt von sem-net.de widerfahren. Überliefert ist, die Seite wurde für Zitate von Karl Valentin (1882 - 1948), mit dem bürgerlichen Namen Valentin Ludwig Frey, abgemahnt. Soweit heute noch recherchierbar war es die Enkelin Valentins, die die Abmahnung veranlasste. (Quelle: Literaturcafe).

Wie kam die Abmahnung bei den damaligen Initiatoren an?

Das Prozessrisiko konnte oder wollte der damalige Initiator von sem-net.de nicht eingehen. Im Raum standen, soweit aus der öffentlichen Quelle ersichtlich, 7000 Euro Kostenrisiko. Für eine kleine Seite ein zu hohes Risiko. Leider im Dunkeln blieb, ob in diesem Zusammenhang auch Goethe zitiert wurde. An dieser Stelle darf jeder, der die alten Inhalte vermisst, gern eigene Mutmaßungen anstellen.

Dem Mantel des Schweigens könnte ein Zitat aus einem Flugblatt von 1780 auf die Spur führen. Zwischen 1810 und 1820 entstand dazu sogar eine Melodie. Das fertige Lied wurde 1842 in den schlesischen Volksliedern von "Hoffmann von Fallersleben und Ernst Richter" auf Seite 307 veröffentlicht.

Ob sich daraus ein Zusammenhang für mögliche Zitate im Bezug auf die Abmahnung konstruieren lässt, wäre zumindest denkbar. Für diejenigen, die jetzt nicht sofort auf Liedtext kommen und keine Lust verspüren Wikipedia zu quälen, "Die Gedanken sind frei".

Eine Seite mehr oder weniger - stört keinen großen Geist*

*(Zitat Karlsson vom Dach). Im Netz gehen täglich unendlich viele neue Seiten online. Eine Seite mehr oder weniger mit Zitaten fällt nun wirklich nicht ins Gewicht. Wenn alle Stricke reißen, trotzdem richtig zitiert werden soll, kennen Wikipedia oder andere Seiten die Antwort. Fehlen gute zitierfähige Vorlagen, wird es ein Zitat eines anderen Literaten oder einer anderen Persönlichkeit des öffentlichen Lebens gefunden.

Also, warum können Sie, werter Leser, hier jetzt überhaupt wieder Inhalte abrufen? Weil die Veröffentlichung von Zitaten im Rahmen neuer eigenständiger Werke über § 24 Urhebergesetz (UrhG) gedeckt ist? Oder, weil § 51 UrhG eine Vervielfältigung, Verbreitung und öffentliche Wiedergabe erlaubt?

Nein, die Antwort findet sich auf einer ganz anderen Ebene. Wie auch immer der Einzelfall rechtlich zu beurteilen ist, geht es um ein Zitat von Dante Alighieri aus "De Monarchia". (Datiert 1309). Zitat: "Die Menschheit ist ein Ganzes mit Bezug auf bestimmte Teile und ist ein Teil mit Bezug auf ein bestimmtes Ganzes". Zitat Ende.

Nachdenkliches - geistiges Eigentum schützen

Voneinander abzuschreiben, einfach die Idee eines anderen Menschen zu stehlen, ihn damit um seine "Lorbeeren" zu betrügen, ist unlauter. Es ist realer und empfundener Betrug in mehrfacher Hinsicht. Innovative Menschen werden um den Ertrag ihrer besonderen Fähigkeit gebracht. Vielleicht haben sie als Forscher viel Geld investiert und werden um den kommerziellen Erfolg betrogen.

Der Konsument des Werkes wird über seine Herkunft belogen. So ist es in der Folge selbstverständlich richtig, geistiges Eigentum zu schützen. Aber ist es richtig, dass dieser Schutz grenzenlos gilt? Warum gibt es nicht ein Verfallsdatum des persönlichen Urheberrechtsschutzes? Ein Fixdatum, wie den Todestag des Künstlers oder Literaten?

Ganz einfach, es geht um Geld und Dominanz. Im Besitz der Urheberrechte zu sein, sichert Menschen leistungsloses Einkommen. (Interpretation aus dem Gedankengut von Marx). Dabei kann der Urrechtsinhaber klug wie Einstein sein oder den IQ eines Frosches besitzen. Er partizipiert vollständig leistungslos. - Ist das wirklich richtig?

Hinzu kommt der Verdienstwunsch einer ganzen Branche. Sie verdient an der Durchsetzung der Rechte. Unabhängig davon, ob die Rechtslage eindeutig ist oder nicht. An jeder Abmahnung verdienen Juristen gutes Geld. Sich auf Streitigkeiten einzulassen, wagen nur Webseitenbetreiber, die selbst einen starken finanziellen Background besitzen.

Gedanken zur Sinnhaftigkeit vererbbarer Urheberrechte

Warum sind Urheberrechte vererbbar? Welche einzigartige literarische oder künstlerische Leistung hat ein Erbe selbst erbracht? Warum ist sein rechtlicher Stellenwert so hoch, dass der Schutz seines privaten Interesses über dem Bildungsrecht der Allgemeinheit steht? Ist es nicht die aufeinander aufbauende Erkenntnis, die den zivilisatorischen Fortschritt überhaupt erst möglich macht?

In letzter Konsequenz gedacht:

In letzter Konsequenz gedacht, wenn jeder sein ererbtes geistiges Eigentum "bis aufs Messer verteidigen" würde, wären die Nachfahren von Pythagoras unermesslich reich. Sie hätten von jedem Lizenzgebühren nehmen können, der sich seine Entdeckungen zunutze macht. Oder, sie hätten die Nutzung seiner Erkenntnisse vielleicht alternativ ganz willkürlich verbieten können.

Dann wären wir als Menschheit nicht nur nie zum Mond geflogen. - Weil Pythagoras feststellte, dass die Erde rund und Teil eines Sternensystems ist. Schüler würde ein Nutzungsverbot freuen, denn Mathematik gäbe es nicht - Pythagoras gilt als Urvater der Mathematik. Ohne auffindbare Erben würde der Staat Griechenland, als Rechtsnachfolger, die Welt durch das Urheberrecht beherrschen.

Wie viel Schaden entsteht der Menschheit?

Wäre es nicht wirklich an der Zeit, Wortmarken, Patentrecht und ganz allgemein das Urheberrecht zu überdenken? Wie viele Menschen sterben, weil ein Rechtsinhaber sich weigert, sein schutzwürdiges geistiges Eigentum zu teilen - für andere kopierbar zu machen? Gedacht sei an Medikamente, umweltneutrale Antriebe für Fahrzeuge und viele andere geschützte Innovationen.

Schaden nimmt die Menschheit ebenso, wenn ein hohes "Maulkorbrisiko" literarische oder künstlerische Werke bedingungslos schützt. Der Menschheit ginge ein unglaublich wertvoller Wissensschatz verloren. Das Kulturgut insgesamt gerät durch eine sich verselbstständigende Abmahn-Industrie in Gefahr.

Persönliche Anmerkung:

Als Verfasser dieses Textbeitrages lebe ich von meiner bescheidenen Fähigkeit, zusammenhängende Sätze zu schreiben. Ohne das Urheberrecht würde meine finanzielle Lebensgrundlage entfallen. Zufällig bin ich, um 100 Ecken (über einen der Brüder), mit Immanuel Kant verwandt. Doch, wie vermessen wäre es von mir, mir selbst nur annähernd seine Genialität zuzuschreiben.

Es wäre mir suspekt - unabhängig davon, kein Rechtsnachfolger von Kant zu sein, jemanden für Zitate oder auf seinem Gedankengut aufbauende Werke, abzumahnen. Persönlich denke ich eher, wie der römische Konsul Appius Claudius Caecus (307 und 296 v. Chr.). Zitat: "fabrum esse suae quemque fortunae". - "Jeder ist seines Glückes Schmied".

Niemand sollte, ausschließlich aufgrund der literarischen, kulturellen oder künstlerischen Leistung seiner Ahnen, nur einen Cent verdienen. Vielleicht hängt deshalb nur eine Kopie des armen Poeten über dem Schreibtisch?

Herausforderungen der neuen Zeit - Kulturgüter transportieren

Seiten, wie die ursprüngliche sem-net.de sollten gefördert statt abgemahnt werden. Sie sorgen dafür, dass kulturelle Schätze nicht verloren gehen. Sie bieten kostenlos für den Seitenbesucher den Wissenstransfer in moderner Form. Nachfolgende Generationen dürfen nicht künstlich dumm gehalten werden.

Sie zu erreichen, ist in traditioneller Schriftform kaum noch möglich. Digital natives erwarten von Internetseiten mehr als nur rein sachliche Textbeiträge. Damit sie auf Seiten verweilen, sich auf die kulturelle Entdeckungsreise wagen, muss schon ein Youtube-Video oder zumindest eine Animation bereitstehen.

Die Information darf sich leider nicht auf einen als Zitat deutlich gekennzeichneten Halbsatz beschränken müssen. Den meisten jungen Menschen fehlt das Gesamtbild, um das kurze Zitat in den richtigen Kontext zu setzen. In der neuen Form von sem-net.de werden seriös recherchierte Sachinformationen und kleine Anekdoten Zitate in den jeweiligen Zusammenhang setzen.

Kleine Geschichten, die versuchen, einen Einblick in die Zeit und auf den zitierten Menschen zu gewähren.

Berühmte Zitate - Albert Einstein

Albert Einstein war ein weltberühmter deutscher Physiker. Er lebte von 1879 bis 1955. Bekannt wurde er unter anderem durch seine "Relativitätstheorie". Im Jahr 1921 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Er gilt als einer der intelligentesten Menschen seiner Zeit, obwohl er sich seiner Schulzeit nicht unbedingt rühmen konnte.

Er war bekennender Sozialist und Pazifist. Er galt nicht nur als brillanter Physiker, sondern ebenso als exzentrische Persönlichkeit. Er soll sich beispielsweise geweigert haben, Socken zu tragen. Der Grund dafür war rein praktischer Natur. Zitat: "Wozu Socken? Sie schaffen nur Löcher!" Zitat Ende.

Gemeint war damit, dass Schuhe sich ebenso gut ohne Socken tragen lassen. Auf diese Weise würde er seiner Frau das Stopfen der Löcher in den Socken ersparen. Zitiert wird der ebenfalls mit dem Satz: "Zeit ist das, was man an der Uhr abliest." - Da sich gemäß seiner Theorien Zeit und Raum krümmen, ein durchaus logischer Rückschluss.

Philosophischer und trotzdem realitätsnah ist folgender Ausspruch Einsteins: "Nur zwei Dinge sind unendlich. Erstens das Universum und zweitens die menschliche Dummheit". Einschränkend soll er hinzugefügt haben, "beim Universum wäre er sich noch nicht sicher". Ein letztes Zitat Einsteins, das unter das Kopfkissen jedes Politikers gehört: "Staaten sind für die Menschen da. Nicht aber Menschen für Staaten".

Karl Marx - Zitate

Karl Marx war ein deutscher Gesellschaftstheoretiker, Philosoph, Ökonom und Politiker. Er lebte von 1818 bis 1883. Zusammen mit Friedrich Engels gilt er als Urvater des Sozialismus und Kommunismus. Er entstammte einer Rabbinerfamilie. Wurde zunächst 1812 Freimauerer später konvertierte er zum Protestantismus. Er studierte erst Jura später Philosophie und Geschichte.

An der Universität Jena promovierte er zum Doktor der Philosophie. Charakterlich soll Karl Marx extreme Widersprüche in sich vereint haben. Er soll Humanist und Anti-Humanist, Revolutionär und Traditionalist sowie Freiheitskämpfer mit Verständnis für die Unterdrückung gewesen sein. Auf die Frage eines Mannes aus gehobenem Stand, wer im realen Sozialismus die Schuhe putzen soll, antwortete er: "Na Sie selbst."

Nachdem der Mann gegangen war soll ihn die Hausherrin auf seine eigenen Gewohnheiten aufmerksam gemacht haben. Sie konnte sich angesichts seines aristokratischen Auftretens nicht vorstellen, dass er sich selbst je die Schuhe putzen würde. Darauf soll er geantwortet haben, dass die Zeiten kommen würden, nur müsse man selbst dann schon fort sein.

Ein schönes Zitat, das im Gedankengut zur Vererbbarkeit geistigen Eigentums passt, wäre: "Kapital ist verstorbene Arbeit. Sie belebt sich nur vampirmäßig durch Einsaugung lebendiger Arbeit. Je mehr sie davon einsaugt, um so mehr lebt sie."

Seinen Humor bewies er mit dem Spruch: "Alles, was ich genau weiß ist, dass ich kein Marxist bin". Ober im Bezug auf Religion: "Ewiges Leben ist eine Vertröstung für die Unterdrückten."

Immanuel Kant - zwei kleine Anekdoten

Immanuel Kant war ein deutscher Philosoph. Geboren wurde er als viertes von acht Kindern. Er lebte von 1724 bis 1804. Seine Habilitation erreichte er im Jahr 1755. Anschließend arbeitete er als Privatdozent. Er gab Vorlesungen in den Fächern:

Etliche Angebote von Universitäten, einen festen Lehrstuhl zu übernehmen, schlug er aus. Erst 1770 nahm er einen eigenen Lehrstuhl in seiner Heimatstadt Königsberg an. Seine Werke beeinflussen bis heute die abendländische Philosophie und Ethik.

Er soll ein eher "professoraler" Mann gewesen sein, dessen Aura zwischenmenschliche Kritik schon erstickte, bevor sie jemand auszusprechen wagte. Überliefert ist seine Vorliebe, sich mit modischen Kleidungsstücken "herauszuputzen" und sein trockener Humor. Vor diesem Hintergrund rankt sich eine niedliche Anekdote um die aufgerissene Naht seines Mantels.

Ein Bekannter soll ihn mit den Worten - "da guckt die Gelehrsamkeit raus" - auf den kleinen Fehler hingewiesen haben. Ohne sich das kleine Malheur anzusehen, soll er geantwortet haben - "und die Dummheit blickt hinein".

Immanuel Kant war unverheiratet und hatte selbst keine Kinder. Der alte Kant wurde, von einem jungen Philosophen, einmal nach dem Grund dafür gefragt. Er soll geantwortet haben, "ihm sei es ergangen, wie es großen Philosophen ergeht. Als er so jung war, dass er eine Frau hätte gebrauchen können, fehlte das Geld eine zu ernähren. Als er endlich ausreichend Geld hatte, um sich eine Frau leisten zu können, hätte er keine mehr gebraucht".

Friedrich Wilhelm Nietzsche - zwischen Genie und Wahnsinn

Friedrich Wilhelm Nietzsche lebte von 1844 bis 1900. Beruflich war er von 1869 bis 1879 als außerordentlicher Professor für klassische Philologie an der Universität Basel tätig. Nach nur 10 Jahren der Lehrtätigkeit ließ er sich vorzeitig in den Ruhestand versetzen. (Migräne). Er arbeitete aber noch für 10 weitere Jahre als freier Philosoph und begab sich viel auf Reisen.

Zu seinem engsten persönlichen Freundeskreis zählte unter anderem Richard Wagner. Aufmerksam wurde die Öffentlichkeit auf ihn schon 1872 durch die Veröffentlichung einer Tragödie. Die "Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" gilt als sein erstes und zugleich größtes Werk. Trotzdem blieb ihm zu Lebzeiten der Weltruhm versagt.

1889 erlitt er einen geistigen Zusammenbruch, von dem er sich bis zu seinem Tod nicht mehr erholte. Er litt unter Wahnvorstellungen und verfiel anschließend in völlige Apathie.

Zahlreiche Zitate von Friedrich Wilhelm Nietzsche sind überliefert. Nur vier kurze Zitate sollen an dieser Stelle genügen.

Eine kleine Anekdote aus seinem Militärjahr in der preußischen Artillerie. Er wurde zum Dienst an einem Geschütz ausgebildet. Sein technisches Verständnis war so gut, dass er schon nach einer Unterweisung die Waffe bedienen konnte. Der Unteroffizier stellte darauf hin Nietzsche als beispielhaft heraus.

Gegenüber einem Kanonier, der den gleichen Dienst seit Jahren verrichtete, soll er gesagt haben: "Ich glaube, Sie sind einfach zu blöd. Wie man eine Kanone bedient, das hat sogar der Freiwillige Nietzsche schon begriffen."

Christian Dietrich Grabbe - lippischer Kulturbeitrag

Christian Dietrich Grabbe war ein Dramatiker des Vormärz. Er lebte von 1801 bis 1835 und gilt als einer der wichtigsten Söhne Detmolds. Bereits mit 16 Jahren sind seine ersten Versuche als Dramatiker belegt. Als Stipendiat der Fürstin studierte er Jura in Leipzig und Berlin. In dieser Zeit lernte er unter anderem Heinrich Heine kennen.

Nach dem Jurastudium und sogar nach dem Staatsexamen wollte Grabbe kein Arbeitgeber haben. Weder am Theater noch als Jurist konnte er bezahlte Arbeit finden. Erst, als er die Stelle eines Auditeurs vertretungsweise unbezahlt übernahm, gelang ihm der Berufseinstieg. Ab 1828 verdiente er tatsächlich Geld mit seiner Arbeit.

Ein Jahr später wurde sein erstes Stück "Don Juan und Faust" aufgeführt. Grabbe war Alkoholiker. Ob die Volksweisheit "Intelligenz säuft, Dummheit frisst" auf ihn zurückgeht, ist nicht belegt. Gepasst hätte der Spruch auf jeden Fall. Nach einer missglückten Ehe und dem Verlust seines Arbeitsplatzes verließ Christian Dietrich Grabbe Detmold.

Er kam bei seinem Verleger in Frankfurt am Main, mit dem er sich schnell überwarf, unter. Anschließend ging er nach Düsseldorf und arbeitete mit Karl Immermann. Doch Alkoholexesse und Depressionen machten auch diese Zusammenarbeit schnell zu Nichte. 1836 kehrte er nach Detmold zurück und verstarb im gleichen Jahr.

So widersprüchlich und eigenwillig, wie seine Werke, soll auch sein Humor gewesen sein. In Düsseldorf soll er als Kritiker für eine Zeitung einen Auftritt des Tenors "Hahn" besucht haben. Seinem Redakteur soll er folgende Kritik abgegeben haben: " ... als der Hahn zum dritten Male krähte, da ging Petrus hinaus und weinte bitterlich".

In abgewandelter Form ist dieser Ausspruch noch heute ein typischer Witz über Lippe. Im Witz saß ein Mann am Straßenrand und weinte bitterlich. Petrus kam vorbei und fragte, warum er so weine. Er sei Petrus und könne ihm sicher helfen. Nach einigem Zögern antwortete der Mann: "Ich stamme aus Lippe". Darauf hin setzte sich Petrus neben ihn und weinte mit.

Theodor Storm - Anekdote zur Bigamie

Hans Theodor Woldsen Storm war ein bedeutender deutscher Schriftsteller. Geboren wurde er 1817 in Husum. Sein Elternhaus zählte zur privilegierten Oberklasse der Gesellschaft. Er verstarb 1888 in Hanerau-Hademarschen. In seinem Leben war er zwei Mal verheiratet. Die zweite Frau lernte er bereits kurz nach der Heirat seiner ersten Frau kennen.

Im bürgerlichen Beruf arbeitete Storm als Jurist. Geprägt wurde diese bürgerliche Karriere durch den Krieg zwischen Dänemark und Preußen. 1852 wurde ihm sogar die dänische Advokatur entzogen. Den zweiten Karrierestart als Jurist ermöglichte ihm Preußen.

Bedeutende Werke Storms waren Novellen und Prosa mit norddeutscher Prägung und Ausrichtung auf den Realismus. Seine bekannteste Geschichte ist die Novelle der Schimmelreiter. Es ist sein letztes Werk. Wenige Monate nach seiner Vollendung starb Hans Theodor Woldsen Storm.

Anlass zu der Anekdote könnte das enge Verhältnis, (über 20 Jahre parallel zur ersten Ehe), zu seiner zweiten Frau gewesen sein. Die Anekdote besagt, dass Strom auf einer Abendgesellschaft auf die Strafe für Bigamie angesprochen wurde. Gefragt war seine Einschätzung als Jurist und Richter, aber die Antwort soll gelautet haben: "Zwei Schwiegermütter".

Johann Wolfgang von Goethe - Anekdoten seiner Sparsamkeit

Johann Wolfgang von Goethe zählt zu den herausragenden deutschsprachigen Dichtern. Sein Name wird weltweit mit Deutschland als Land der Dichter und Denker verbunden. Er lebte von 1749 bis 1832 und wurde für seine Werke sogar geadelt. Im bürgerlichen Beruf war er Jurist und praktizierte seinen Beruf für einige Jahre in Wetzlar und Frankfurt.

Das erste Werk, das ihm große Anerkennung verschaffte, war der bereits zitierte "Götz von Berlichingen". Seinen wirtschaftliche Sicherheit verdankte er "Herzogs Carl August". Er war sein Freund, berief ihn nach Weimar und setzte ihn in gut dotierten Ämter ein. In tiefer Freundschaft und ehrlicher Anerkennung der Werke des Anderen war Goethe mit Schiller verbunden.

Einige Zitate von Goethe:

Durch seine Stellung am Weimarer Hof war Goethe wohl situiert. Trotzdem war er ein sehr sparsamer Mensch. Auf seinen nicht zu übersehenden Geiz angesprochen argumentierte Goethe sehr ernst. Er erwiderte, dass er den lieben Gott jeden Tag bitte, ihn noch "haushälterischer" zu machen. Nur so können er noch freigiebiger werden.

Eine andere Anekdote besagt, dass er Wein immer mit Wasser mischte. Als sich Studenten in einer Gaststätte darüber lustig machten, sprach er sie an. Wasser allein zu trinken würde stumm machen, wie die Fische beweisen. Wein pur zu trinken mache redselig und dumm. Diesen Beweis würden die Herren am Tische antreten. Da er keines von beiden sein wolle, mische er Wasser und Wein.